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    Veröffentlicht am Dienstag, 27. Mai 2014

    von Jutta Schützdeller

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    Aus die Maus – und Du bist raus…

    Tach zusammen!

    “Und? Hast Du Dich von dem Schock schon erholt?” werde ich dieser Tage ganz oft gefragt. Und je nach dem, wer mir diese Frage stellt, antworte ich mit einem kurzen “Ja”, oder ich erkläre, warum es mir nicht annähernd so schlecht geht, wie viele glauben wollen.

    Was ist passiert?

    Nun ja, die Bürgerinnen und Bürger von Mendig und der Verbandsgemeinde haben am Sonntag gewählt. Den Stadtbürgermeister, den Stadtrat und den Verbandsgemeinderat. Für beide Räte war ich aufgestellt und in beiden Räten hat es nicht für einen Sitz gereicht. Das ist schade, aber der Wille der Menschen. Demokratie tut manchmal weh, sage ich immer, und Momente wie diese sind sicherlich mit Grund für diesen Ausspruch.

    Die Menschen in meiner Heimatstadt mögen es gerne harmonisch. Streitereien sind nicht so ihr Ding und ganz ehrlich, im Grunde kann ich sie verstehen, mir geht es nämlich genau so. Vom Prinzip her. Denn es gibt Situationen, da kann ich einfach nicht an mich halten, da muss ich sagen, was ich sehe, auch wenn es unbequem und so gar nicht harmonisch ist. Wenn es soweit ist, dann scheue ich auch keine Auseinandersetzung, dann senke ich mein Visier und greife an… und dann kracht es schon mal.

    Und dann ist da noch die Sache mit dem Parteienwechsel. Auch wenn mir an einigen Stellen eine Profilneurose unterstellt worden ist, jedem der mich kennt dürfte klar sein, dass ich nicht an Pöstchen hänge. Ich habe meinen Posten als Beigeordnete der Stadt aufgegeben, weil ich bestimmte Dinge nicht mehr mittragen wollte. Dabei war es mir egal, ob ich eine “ehrenvolle” Position verliere, verbiegen würde ich mich für keinen Posten dieser Welt. Als die FDP begann, sich in eine Richtung zu entwickeln, die ich nicht mehr mittragen wollte, habe ich auch an dieser Stelle die Konsequenzen gezogen. Die Kolleginnen und Kollegen der CDU sind auf mich zugegangen und haben mich gefragt, ob ich nicht bei ihnen mitarbeiten möchte, und nach einer gewissen Bedenkzeit, in der ich mir wirklich unsicher war, ob ich überhaupt und so… habe ich zugesagt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben mir das Übel genommen. Nicht, dass ich in die CDU eingetreten bin, sondern vor allem, dass ich überhaupt die Partei gewechselt habe.

    Zwei wesentliche Punkte also, warum am Sonntag viele ihr Kreuz lieber woanders gemacht haben. Die Fraktion der SPD wird möglicherweise eine Dankesmesse lesen lassen, denn jetzt wird es deutlich ruhiger im Rat, die Fragen werden weniger inquisitorisch sein und süffisant sarkastische Wortmeldungen werden voraussichtlich auch seltener. Aber, und das darf man nicht vergessen, so haben es die Mendiger Wähler gewollt und auch wenn darüber an der einen oder anderen Stelle Zweifel herrschen mag: Eine demokratische Entscheidung ist vollkommen in Ordnung. Da habe ich nicht das geringste Problem.

    “Und? Hast Du den Schock schon überwunden?”

    Diese Frage also kann ich mit: “Ich hatte gar keinen” beantworten. Ich habe gerne in den Räten mitgearbeitet, aber ganz ehrlich, ich breche jetzt nicht zusammen, weil die Mendiger entschieden haben, dass sie das nicht mehr möchten.

    Langeweile werde ich ohnehin nicht haben, ich bleibe weiterhin Mitglied der CDU in Mendig, weil ich finde, das sie einen wirklich guten Job macht, innovativ und kreativ ist und vor allem, deutlich vorausschauender plant und handelt als ihr poltischer Mitbewerb. Eine Sache werde ich nun wieder intensiver tun können: Schreiben. Also so richtig. Romane meine ich.

    Und glauben Sie mir, meine LeserInnen sind den Mendigern sowas von dankbar…

    In diesem Sinne

    Ihre Jutta Schützdeller





    Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am Dienstag, 27. Mai 2014 um 12:49 in der Kategorie Allgemein, Filme, Bücher, Politik, LARP. Kommentare zu diesem Beitrag können Sie lesen über den RSS 2.0 feed. Sie können hier kommentieren, oder einen trackback von Ihrer Website setzen.
  • 3 Kommentare

    1. Bernd Glas
      Dienstag, 27. Mai 2014

      Schade das es nicht geklappt hat, aber damit hast Du auch wieder mehr Zeit für Dich, das schreiben und auch andere Dinge.
      Unterkriegen lassen wirst Du Dich davon aber nicht.

    2. pe tra rieser
      Dienstag, 27. Mai 2014

      Hi Jutta, von mir würdest Du jederzeit wieder 3 Kreuze bekommen! Schade für den Stadtrat – einer der kreativsten und klügsten Köpfe ist jetzt raus. Für Dich aber heisst das: Deinen genialen und messerscharfen Verstand für eigene Projekte erfolgreich einsetzten! Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg dafür nd bin froh Dich kennengelernt zu haben.

    3. Uli Fuhrmann
      Dienstag, 27. Mai 2014

      Schade, ich kenne Sie nicht persönlich, bin auch kein CDU Mann, aber Streitgeister braucht die Gestaltung des Gemeinwesens. Streit – nicht Gezänk. Leider ist es manchen Menschen lästig zu streiten, sie folgen lieber dem Zeitgeist oder von Anderen gesteuerten Trends. Die großen Parteien werden sich in Zukunft ändern müssen. Sie werden klarer heraustellen mussen für was sie stehn. Ansonsten werden ihnen ureigenste Positionen (die sie einmal stark gemacht haben) kleinere Gruppen (Parteien) abnehmen. Damit verlieren sie ihre Identität. Die daraus resultierende Parteienlandschaft, mit vielen kleinen Parteien, kann nicht erstrebenswert sein. Menschen wie sie (wenn sie wirklich die Auseiandersetzung zum Wohle der Bürger meinen) braucht die Demokratie! Sorry für die Länge meines Einlasses. Aber mir war danach!

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