• Eine Frage der Logik….

    Hallo Allerseits,

    na? Alles in Ordnung? Oh Mensch, es war lange still um diese Seite, das lag vor allem daran, dass sich die Liberalen im Lande irgendwie vom Schock der Landtagswahl erholen mussten… und da ich ja Liberale bin, musste ich für mich selber entscheiden, was ich eigentlich zukünftig so tun will…

    Nun habe ich mich “gerüselt”, wie man bei uns so schön sagt und für mich selber entschieden, dass ich zukünftig vorwiegend auf kommunaler Ebene tätig sein will. Wenn ich mir so anschaue, was sich am Dienstag, den 21.06.2011 im Stadtrat so abspielte, kann es woanders kaum unterhaltsamer sein…

    Die Sache mit der Logik… also fangen wir mal ganz weit vorne an… Logik, das ist so eine Art “Intelligenz-Add-on”, die “denglisch-sprechenden” unter Ihnen werden es verstehen, für alle anderen, Logik ist in meinen Augen ein Zusatzpaket, das man zur Grundausstattung seines Gehirns hinzubekommen kann…. oder auch nicht…

    Worum geht’s eigentlich?

    Der Kindergartenneubau, der uns nun schon schlappe zwei Jahre beschäftigt, geht in die nächste, in die Planungsrunde. Es ist beschlossen wie und wo wir bauen wollen, jetzt müssen die Pläne angepasst und “für echt” vom Architekten erstellt werden. Jetzt hat man sich seitens der Stadtführung überlegt, dass es an der Zeit wäre, sich über das Thema Verkehr Gedanken zu machen. Grundsätzlich ist gegen “Gedanken machen” überhaupt nichts einzuwenden, also konnte man gespannt sein.

    Das Resultat war, dass eine Sitzungsvorlage auf den Tisch flatterte, in der die Ratsmitglieder aufgefordert wurden, doch bitte einer Einbahnstraßenregelung in der Thürerstraße zwischen Einmündung Hospitalplatz und Heinrich-Heine-Straße zuzustimmen.

    Öhem? Wie jetzt?

    Man konstatierte, dass die derzeitige Verkehrsführung ein hohes Sicherheitsrisiko für die Eltern und Kinder bedeute (was ich grundsätzlich auch so sehe) und aus diesem Grund eine Einbahnstraßenregelung das Mittel der Wahl sei.

    Nun. Das kann man selbstverständlich unterschiedlich sehen und es dauerte denn auch nicht lange, bis sich erste Widerstände regten, die sich gegen eine solche Regelung aussprachen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, mit “Andersgläubigen” umzugehen:

    1. man setzt sich mit ihnen zusammen und versucht, einen Konsens zu finden, oder

    2. man tut das nicht, macht stattdessen so eine Art Kompromissvorschlag und trägt diese Sache im Stadtrat aus

    Nun gehört Bürgermeister Hans-Peter Ammel meiner Meinung nach nicht unbedingt zu den Zeitgenossen, die sich durch besondere Kommunikationsstärke und -willen auszeichnen, wir erinnern uns, einer der Gründe, warum ich die “Brocken hingeschmissen” hatte. Hans-Peter Ammel bot einen Kompromiss an. Er bot an, diese Regelung für ein halbes Jahr zur Probe zu installieren, anschließend könne man sehen, ob sich das Ganze bewähre oder nicht.

    Die Stadtspitze und ihre Verwaltung drängten auf diese Entscheidung. Sie sei von immanenter Bedeutung für das weitere Vorgehen, es müsse dringend entschieden werden, wie es weitergeht, damit es weitergeht. Die Bitte, sich doch mit einem Fachplaner an die Sache heranzubegeben, wurde mit dem Hinweis auf die klammen Finanzen und die dahingallopierende Zeit beantwortet.

    Für mich stellte sich eigentlich von Anfang an eine vollkommen andere Frage:

    Hat sich überhaupt schon mal jemand über das Verkehrskonzept, also insgesamt, mit Parkplätzen und Verkehrsführung, Gedanken gemacht? Gibt es sowas wie eine Bedarfsrechung, kann ich irgendwo einsehen, wie viele Fahrzeuge zukünftig jeden Morgen und jeden Mittag zu erwarten sind und wo bitte sollen die Parkplätze hin?

    Wie ich ja mal so bin, habe ich diese Frage im Stadtrat an Hans-Peter Ammel gerichtet.

    Der sagte zunächst, dass nicht vorgesehen sei, einen externen Planer hinzuzuziehen. Das werde die Verwaltung machen. Ok soweit, das können die Jungs sicherlich, da habe ich keine Zweifel. Ich fragte also Herrn Oster von der Bauverwaltung, wie es denn mit den oben genannten Überlegungen gediehen sei. Nun, darauf wusste er nicht wirklich etwas zu antworten. Man wolle jetzt mal damit beginnen. Schön.

    Dann meine Frage: “Sagen Sie, Herr Oster, wenn doch die Entscheidung zur Änderung der Verkehrsführung ein wesentliches Element der weiteren Planung ist, wenn sie also Voraussetzung für alles Weitere ist, was ist denn dann mit dieser Probelösung? Was machen wir denn, wenn sich in einem halben Jahr herausstellt, dass diese Einbahnstraße nicht das bringt, was wir uns erhofft haben? Was passiert dann?”

    Die Antwort hat mich fast vom Stuhl gerissen.

    “Ja, also wenn das dann so sein sollte, müssen wir wieder umplanen…”

    Moment mal?

    Verstehen wir uns nicht falsch. Ich habe grundsätzlich nichts gegen oder für eine Einbahnstraße. Ich betrachte eine solche Verkehrsregelung jedoch allenfalls als einen Teil eines Gesamtkonzeptes. Meiner Ansicht nach ist es erheblich zu kurz gesprungen, wenn man hingeht, eine Straße kurz zur Einbahnstraße erklärt, die Verwaltung planen lässt, am Ende diese Einzellösung wieder über den Haufen wirft und die Jungs und Mädels erneut an die Zeichenbretter schickt… Vollkommen unlogisch? Oder?

    Nun ist das wie gesagt so eine Sache mit der Logik. Obschon ich im Rat auf diesen logischen Bruch hinwies, entschied sich eine Mehrheit für die Verkehrsänderung, also für das Puzzleteil, das nun unabhängig von dem, was da sonst noch so geschehen soll, zum Einsatz kommt.

    Wir dürfen also gespannt sein. Wenn sich herausstellt, dass das Teil eigentlich von einem anderen Puzzle stammt…. na dann fangen wir einfach von Vorne an… logisch, oder?

    In diesem Sinne

    Ihre Jutta Schützdeller





    Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am Donnerstag, 23. Juni 2011 um 14:04 in der Kategorie Filme, Bücher, Politik, LARP. Kommentare zu diesem Beitrag können Sie lesen über den RSS 2.0 feed. Sie können hier kommentieren, oder einen trackback von Ihrer Website setzen.
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