• Ich bin ja für meine grandiosen Einfälle und genialen Erneuerungsideen bekannt. Man ist sich und seinen Lesern ja was schuldig und angesichts der derzeitigen Gefechtslage in Berlin verschlägt es manch einem ja die Sprache.

    Heute früh teilte also der Spiegel das Ergebnis der aktuellen Umfrage des ZDF in Sachen “Wählergunst” mit und strotzte mit der Erkenntnis, dass die FDP nunmehr nur noch von 3% der Wählerinnen und Wähler als wählbar angesehen wird.

    Aha. Da wird es doch Zeit für einen Neuanfang, denke ich mir und meditiere mal über ein neues Produkt…

    Bevor man ein neues Produkt auf den Markt wirft, sollte man sich geflissentlich darüber informieren, was der Kunde, der Käufer, der Konsument denn eigentlich will – gut, man kann natürlich auch ein Produkt auf den Markt bringen, das keiner braucht und keiner will, aber das ist mir im Moment zu kompliziert, das ist was für Fortgeschrittene, das mache ich beim nächsten Mal…

    WAS will der deutsche Wähler also? Schauen wir doch mal, wie es an dieser Front so aussieht.

    Hmm…. Steuern runter – aber nicht zu Lasten des Haushaltes-

    Kein Geld für die Banken – aber das Ersparte bitte sichern -

    Keine Hilfe für Griechenland – aber die Vorteile der EU haben -

    Hilfen für alle Unternehmen, die Not leiden – aber nur für die, die einen guten Ruf haben, also nicht für Pharmaunternehmen, Stromkonzerne und Ärzte -

    Gesundheitsleistungen ohne Zuzahlung – aber bitte ohne höhere Kosten für Krankenkassen -

    Die Regierungserklärung bitte von einem Redakteur der BILD-Zeitung schreiben und von Mario Barth vortragen lassen.

    Jaaaa…. schaun wir doch mal.

    Neee. Ich fürchte, da hab ich nichts, noch nicht mal eine Idee. Ich weiß, dass die Zusammenhänge und die Hintergründe der Entscheidungen in Berlin für uns am heimischen Herd nicht mehr nachvollziehbar sind, weil sie so komplex sind, dass wir sie gar nicht nachvollziehen KÖNNEN. Was vordergründig wie eine “klare Sache” aussieht und wo jeder sagt: “Also da hätte ich keine zwei Minuten gebraucht, um das zu entscheiden” stellt sich bei näherer Betrachtung als Teil eines gigantischen Räderwerks heraus, aus dem man nicht mal eben einfach ein Rädchen entnehmen darf, ohne dass alles stehen bleibt.

    Eine Sache hätte ich jedoch, die würde ich wirklich gerne vorschlagen.

    Sehr geehrte Damen und Herren in Berlin,

    denken Sie doch bitte mal an das, was Ihnen Ihre Mutter damals beigebracht hat. Ich wette, sie sagte so Dinge wie: “Kind, nun sei nicht so frech, sei anständig zu den Leuten, brich keine Versprechen, hab Achtung und Respekt vor deinem Nächsten, halte Dich an Vereinbarungen, nicht lügen, nicht betrügen, SAG die Wahrheit, sei freundlich und höflich.”

    Ich weiß, dass sie sowas getan hat, meine hat es auch getan und ich ebenso, ich bin nämlich auch Mutter. Wir tun sowas.

    Wenn Sie sich daran erinnert haben, dann versuchen Sie doch mal, sich daran zu halten und wenn Sie mir jetzt zurufen wollen: “Ja aber die anderen, die anderen machen das doch auch und wenn ich damit aufhöre, werden sie bestimmt nicht damit aufhören!” dann sage ich Ihnen, was ich meinen beiden Streithähnen auch immer sage an dieser Stelle:

    “Irgendjemand muss mit dem Aufhören anfangen, sonst gibbet Kriech, dann nehm ich Euch weg, worum ihr streitet!”

    In diesem Sinne

    Image by pixelio.de





    Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am Freitag, 18. Juni 2010 um 10:00 in der Kategorie LARP. Kommentare zu diesem Beitrag können Sie lesen über den RSS 2.0 feed. Sie können hier kommentieren, oder einen trackback von Ihrer Website setzen.
  • 1 Kommentar

    1. Tobias
      Freitag, 18. Juni 2010

      Hm ..ich dachte die Steuern können gesenkt werden ohne den Haushalt zu belasten?? Wenn ich mich richtig erinnere hätte die Mehrzahl der Bürger auf Steuersenkungen zugunsten
      der Haushaltskonsolidierung verzichtet.
      Mit dieser Meinung stand die FDP so ziemlich alleine da.
      Hätte man die Banken besser reglementiert und kontrolliert, wäre es möglicherweise gar nicht zur Finanzkrise gekommen.
      Wenn man Griechenland unbedingt helfen muss, dann sollten die Kosten gerecht auf alle Bevölkerungsgruppen verteilen werden, und nicht denen die keine Lobby haben etwas ganz nehmen
      während andere mit unnötigen Steuergeschenken getätschelt werden.
      Mittlerweile haben die Wähler die sonst die FDP nicht wählen, gemerkt auf die Rhetorik-Kunst Westerwelles und Co reingefallen zu sein.
      Nach der Wahl hat die FDP dann wieder ihr wahres Gesicht gezeigt.

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